Manipulation oder kritische Wissenschaft?
Zum Verhältnis von Hirnforschung, Psychologie und Menschenbild

Prof.(em.) Wolfgang Jantzen (Uni Bremen)
Auf dem Wege zum Psychologischen Materialismus

Dr. Burkhard Wiebel (Uni Bochum)
Neurowissenschaften oder Neuromythologie?
Zur Deutungsmacht der Hirnforschung

Michael Zander (Psychologe; Berlin; Autor der Zeitung junge Welt)
Das autonome Selbstmodell.
Eine Auseinandersetzung mit Thomas Metzingers Theorie des 'Ego-Tunnels'

Prof. Wolfgang Maiers (Uni Magdeburg-Stendal)
Bewusstsein - ein unauflösliches Rätsel?

Prof. Ingo Zimmerman (Katholische Hochschule NRW Abt. Münster)
Mechanismen psychosozialer DeKonstruktion im globalen Kapitalismus

Einführung und Moderation: Rolf Jüngermann (MES; Marxistische Blätter)

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Ort: Die Brücke - Internationales Zentrum der Uni Münster
Zeit: Samstag, 24. Mai 2014, 10.30 - 17.oo Uhr

Wie ein heftiger Sturm fegen die raschen Fortschritte der Hirnforschung in den letzten Jahren und Jahrzehnten durch unsere Vorstellungen von den Entwicklungs- und Funktionsgesetzen der menschlichen Psyche und stellen nicht selten alte, vertraute Gewissheiten auf eine harte Probe. Manche halten stand, viele müssen überdacht und neu fundiert werden. Das gilt zum Beispiel auch für die Frage nach der Wirksamkeit von kausalen Beziehungen zwischen psychischen und physischen (physikalischen + chemischen) Vorgängen beim Menschen und damit für das philosophische Menschenbild - und für den Geltungsanspruch zentraler marxistischer Kategorien wie den Materialismus.

Georg Fülberth hat sich letzthin mehrfach in dieser Frage zu Wort gemeldet und zuletzt in den Marxistischen Blättern (1-2014 S. 22) von einer inzwischen eingetretenen „Allgemeingültigkeit des Materialismus“ gesprochen: „Was in der Gründungsperiode des Historischen Materialismus eine wissenschaftliche Revolution war, ist heute eine Binsenweisheit.“ Gilt diese nüchterne Feststellung von der Allgemeingültigkeit – weniger nüchterne Menschen würden formulieren: vom Sieg - des Materialismus inzwischen womöglich auch für die Wissenschaften von der menschlichen Psyche? Gar auch für diejenigen unter ihren Vertretern, die keineswegs mit dem Marxismus flirten (dürfen), ihn sogar bekämpfen? Anzeichen dafür gibt es durchaus. So zum Beispiel bei Thomas Metzinger, der Zentralfigur der streng „bürgerlichen“ „Philosophie des Geistes“ in Deutschland, wenn er sagt: „Die allermeisten Philosophen sind heute Materialisten . . .“ Wie immer eine solche Aussage im einzelnen gemeint war und wie immer sie zu bewerten sein mag – noch vor gar nicht allzu langer Zeit wäre sie wohl kaum denkbar gewesen.

Die Dinge sind also im Fluss und das ist Grund genug, sich auf diesem weiten Feld neu zu informieren und zu orientieren. Unsere Tagung ‘Zum Verhältnis von Hirnforschung, Psychologie und Menschenbild’ am 24. Mai 2014 in Münster will dazu beitragen.

http://www.psycho2014.de/

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